Zeitgenössische
Photographie und Kunst
Kolumne

# Kunstkauf im Web – Teil 2
Chance auf versteckte Perlen

Obwohl internationale Start-ups mit immensem Investorenkapital in den Kunstmarkt gepusht wurden, haben die führenden, nicht gerade für Innovationen bekannten Traditionshäuser wie Sotheby´s und Christie´s sie im Netz überholt. Wie das sein kann? Weil ihnen nach und nach eine ganze Generation älterer Kunden weg bricht, setzten Auktionsriesen wie Christie’s mit der Auktionsreihe First Open schon früh auf den Online-Vertrieb ­und profitieren heute davon: am 6. März 2018 erzielte etwa Sotheby’s Contemporary Art Online Auktion (no buyer’s premium! Heißt: keine Aufschläge beim Kauf für den Käufer) das bisher höchste Ergebnis einer Online-Auktion jemals.

Aber auch Arbeiten wenig bekannter Künstler aus kleinen Galerien erhalten durch den Online-Marktplatz erstmals die Chance, überhaupt gesehen zu werden – und bieten so schöne Gelegenheiten, in den Markt einzusteigen. Besonders aktiv sind übrigens Fotokunstsammler online. Also ran an die e-Kataloge! Meist haben Sie mehrere Tage Zeit, Ihre Favoriten in aller Ruhe zu betrachten, Preise zu recherchieren und stressfrei den Button „Bieten/bid“ zu drücken. Die Registrierung für eine Onlineauktion geht in der Regel schnell und Sie können sofort Ihr Gebot abgeben.

Garantiert: Eine gute Portion Adrenalin ist immer im Spiel!

Wo ich noch online nach Kunst schaue?
Artspace punktet mit kuratierten Online-Ausstellungen. Invaluable erlaubt es Käufern, Arbeiten für Fixpreise direkt über Galerien zu erwerben. Paddle8 (herausgekauft aus dem insolventen Auctionata) erweitern ihren ohnehin großen Einfluss, in dem sie sich Kollaborationen mit zwei der größten Schwergewichte des Marktes, den Galeristen Larry Gagosian und David Zwirner, gesichert haben. Auf liveauctioneers oder 1stdibs werden Antiquitäten- und Designfans fündig. Auf artfinder erwirbt man Arbeiten vom Künstler direkt.

Oft werde ich nach Preisentwicklungen auf dem Kunstmarkt gefragt. Profis wie ich arbeiten gerne mit Datenbanken, wie z.B. artnet.com, eine der weltweit umfangreichsten. Bereits 1989 von Hans Neuendorf, ehemaliger Kunsthändler und Mitbegründer der Art Cologne gegründet, musste es früh um seine Existenz bangen und rutschte in eine schwierige Zeit. Heute sind mehr als 11 Millionen Auktionsergebnisse von 1700 Auktionshäusern aus den vergangenen 30 Jahren in der Datenbank (Monatspass: 37 Euro) gespeichert.

Über meine Kunstkäufe auf ebay.de hatte ich bereits berichtet (hier zu lesen). Was kaum jemand weiß: Auch Amazon.com mischt mit Amazon Fine Art im e-Commerce Markt mit – bisher allerdings mit mäßigem Erfolg: nach einer kurzen Partnerschaft mit Sotheby’s in 2000, kooperierte Amazon 2013 mit rund 150 Galerien. Doch das Gefühl Kunstwerke wie etwa eine Francis Bacon-Lithographie für 24.750 Dollar zusammen mit Tiernahrung oder Blumenerde in den Einkaufswagen zu legen, irritiert vielleicht dann noch zu sehr.

Halten Sie die Augen offen!

Ihre Daniela Hinrichs

Teil 1 #Kunstkauf im Web – Mit Leidenschaft, aber fokussiert

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